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Island: Dynjandi

Ein weiterer bedeutender Wasserfall: der Dynjandi. Wir sind noch immer in den Westfjorden, auf halbem Weg zur nächsten Station Ísafjörður. Wir sehen zum soundsovielten Mal das Pärchen, bzw. deren gut ausgestatteten Geländewagen mit Kennzeichen BS, Schweiz. Und wir beschliessen endgültig, dass es das nächste Mal etwas derartiges oder am besten ein Land Rover sein muss. Und es gibt hier ein Toilettenhäuschen, bestens versorgt, sauberer als jede Autobahnraststätte, mit Spendenkasse. Zwei Mal die Woche kommt jemand vorbei um nach dem Rechten zu sehen. Und wir sprechen hier vom absoluten Niemandsland. Die nächsten Ortschaften sind mindestens eine Stunde Schotterpiste weit weg. Aber das funktioniert und ist ein weiterer winzig kleiner Grund, warum Island einfach umwerfend ist…

Der Wasserfall ist einmal mehr sehr beeindruckend und ich konnte wieder mit Stativ und Graufilter experimentieren. Freude herrscht. Und hier die Bilder:

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Island: Am Strand von Breiðavík

Breiðavík, noch nie habe ich mich so sehr am Ende der Welt gefühlt. Und noch selten so gut. Aber der Reihe nach. Wie bereits zuvor geschrieben, haben wir die Nachmittagsfähre von Stykkisholmur genommen und haben den restlichen Weg nach Breiðavík total unterschätzt. Vorankommen in Island ist ja tendenziell etwas eingeschränkt. Aber die Westfjorde, da gelten dann nochmal völlig andere Gesetze. Die Strassen sind überwiegend Schotterpisten, es ist kurvig und gebirgig. Tankstellen sind sehr rar, dafür hatte ich das Tankerlebnis meines Lebens. Eine einzelne Zapfsäule, ein alter Mann und seine Enkelin. Natürlich bedient. Viertelstündiges Händeschütteln und Englisch-Radebrechen der Franzosen vor uns mit intensivem Foto-Posing in allen Personen-Kombinationen und anschliessendem Adressaustausch zwecks Zusendung der Bilder. Falls dabei überhaupt etwas herauskaum, denn die D3100 war wohl nagelneu und mochte nicht so gern bedient werden. Bezahlt habe ich schliesslich (die Enkelin stand zwar hinterm Tresen, war aber noch zu klein um etwas zu machen) bei dem alten Mann ganz skandinavisch mit Kreditkarte. Mit Handbetrieb, versteht sich. Einfach herrlich.

Dann ist es ja auch so, dass man in Island alle Touristen, die einem aus irgendeinem Grund mal irgendwo auffielen, die folgenden Tage mindestens zwei Mal wiedersieht. Nicht so in den Westfjorden. Dort sieht man sich mindestens zwei Mal am selben Tag wieder. Die zwei Schweizer Freundinnen hatten dasselbe Übernachtungsziel wie wir. Den Kevin-Costner-Verschnitt (Der-mit-dem-Wolf-tanzt-Mähne und -Schnurrbart) von der Fähre beim nächsten Fotohalt. Oder die Abenteuerurlauber mit den Monstertruck-Jeeps, die aber auch ganz profan im Zimmer mit Dusche+WC nächtigten.

Tja, und irgendwann, nach vielen Schotter-Kilometern, die man aber an guten Stellen selbst mit der kleinen Suzuki-Möhre mit 80 befahren konnte (keine Schlaglöcher, nirgends!), kamen wir über die soundsovielte Kuppe, hinter der wir besagtes Ende der Welt sahen. Besagtes Paradies. Schnell das Nötigste im Zimmer verstauen, und dann, es war bereits nach 21 Uhr, nur noch zweieinhalb Sonnenstunden und viel zu wenig Zeit am nächsten Tag (Fahrt nach Isafjördur, vor der wir – jetzt – ziemlichen Respekt hatten), schnell hinaus an den Strand. Läuft man hinaus, sieht alles so nah, alles so erreichbar aus. Rechts der grosse Felsen, zum Greifen nah. Da vorne das Wasser. Links der Latrabjarg, westlichster Punkt Europas, ebenfalls in Reichweite, vielleicht könnten wir da ja noch hinlaufen? Und nach und nach merkt man dann, dass das hier alles riesige Dimensionen hat. Der Strand ist bei Ebbe Hunderte Meter tief, man erreicht mal vermeintlich das Wasser und sieht dann wieder ein ganzes Stück weit draussen den Sand durchschimmern.

Wir sind fast drei Stunden umhergelaufen und haben gefühlt nur einen winzigen Teil dieses Strandes, dieser Bucht erlaufen. Und dazu dieses goldene Licht, der feine Sand, die Vulkansteine überall, das Spiel des Wassers, und die Spuren die es im Sand hinterlässt. Ich weiss nicht wie ich das noch beschreiben soll, deshalb lasse ich jetzt einfach die Bilder sprechen: Am Strand von Breiðavík.

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Island: Über Wasser (Vatnasafn – Wasserbibliothek)

Eine Wasserbibliothek. Was könnte das sein? Ausleihen kann man Wasser hier nicht. Darin lesen? Hmm, schon eher. Auf jeden Fall muss man sich nur bewegen, um laufend neue Ein- und Ansichten der direkten und indirekten Umgebung zu erhalten.

Abgesehen von Vulkangestein gibt es in Island vermutlich kaum etwas so sehr im Überfluss wie Wasser. Herrliches Wasser. Eiskalt (vergesst den kalten Wasserhahn in Mitteleuropa, das ist alles lauwarm) und wohlschmeckend (Volvic ist ja schon gut, aber “Pure Icelandic” ist göttlich. Ja, ich bin ein Wasser-Gourmet ;)) oder naturheiss (frei Haus geliefert) mit leichter Schwefelnote, die man sehr schnell durchaus liebgewinnt. Und natürlich sind auch die natürlichen Erscheinungsformen des isländischen Wassers rein optisch auf die verschiedensten Arten eindrucksvoll. Als (auch als Kind der Alpen) unvorstellbar grosse Gletscher, als Wasserfälle in allen Breiten, Höhen und sonstigen Varianten und natürlich auch als unzählbar viele Bächlein und Seelein, die die Landschaft überall ganz einzigartig machen.

Es liegt also nahe, ein Museum nur dem Wasser zu widmen. Die Amerikanerin Roni Horn hat dies getan, und sie hat in der ehemaligen Bibliothek von Stykkisholmur 24 Säulen aufgestellt, die mit Wasser der 24 isländischen Gletscher gefüllt sind. Der Raum ist von allen Seiten lichtdurchflutet und somit spiegelt und bricht sich das Licht in den Säulen und zaubert mit jeder eigenen Bewegung wieder völlig neue Bilder auf und in die Säulen. Bilder können dieses Erlebnis wohl nur sehr unvollständig wiedergeben, aber vielleicht gibt die folgende Serie ja doch einen kleinen Einblick.

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Island: Garðar BA64

Heute gibt es einen kleinen Leckerbissen für alle Urban Explorer. Wobei “urban” hier natürlich, wie immer in Island, eher relativ zu sehen ist. Es geht um ein Schiff. Das erste Stahlschiff Islands. Seit ein paar Jahrzehnten liegt es in den Westfjorden, dort wo die Schotterpiste nach Breiðavík/Látrabjarg, dem westlichsten Punkt Europas abzweigt, und rostet vor sich hin. Auch wenn es manchmal auf den ersten Blick unordentlich und ramschig anmuten mag, ich finde es auf eine Art ganz wunderbar, wie die Isländer mit “Dingen” umgehen. Einfach abgestellt und zu einem kostenlosen Freilichtmuseum für alle gemacht. Ohne viel Aufwand, ohne Zaun und Kassenhäuschen, ohne viel Erklärungen, ohne Events und Spektakel. Die pure Natur, das pure Leben.

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Island: Blaue Lagune

Die blaue Lagune ist ja eigentlich ein völlig unromantischer Ort. Sie ist schlichtweg der Abwassersee des Geothermalkraftwerks Svartsengi. Als Bade-Hasser ging ich auch mit nichts als dieser Vorstellung an diesen Ort. Und ja, es ist ein absolut touristischer Ort. Man kann sich von Keflavik für eine Stunde hinkarren lassen, wenn man auf einen Anschlussflug wartet. Mit Island hat das meiner Meinung nach nicht besonders viel zu tun.

Okay, natürlich ist es schon irgendwie eine spezielle Atmosphäre dort. Im Winter vermutlich noch viel mehr, weil dann noch viel mehr Dampf aufsteigt. Letztlich habe ich einfach ein paar schöne Bilder gemacht. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

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Island: Streetfotografie

Wer mich in letzter Zeit auf Twitter und sonst im Netz verfolgt hat, dem ist nicht entgangen, dass ich zunehmend Interesse an Streetfotografie entwickelt habe. Habe ich früher peinlich darauf geachtet, dass möglichst keine Menschen mein sorgsam ausgewähltes Motiv “verunstalten”, ertappe ich mich mittlerweile immer öfter dabei, wie ich Menschen gerne als Bereicherung in ein Bild einbaue. Oftmals geben sie automatisch einen ganz anderen Eindruck eines Motivs, oder sorgen erst dafür dass eine gewisse Stimmung entsteht. Und immer öfter mache ich die Menschen auch gerne zum Motiv selbst. Und habe Spass dabei.

Gestellte Portraits interessieren mich eher weniger. Ich bin nicht der Typ der Regieanweisungen gibt, oder aus der zu fotografierenden Person besondere Stimmungen und Gesichtsausdrücke herauskitzelt. Oder sagen wir ich habe dies noch nie wirklich probiert oder gelernt – nützlich wäre es sicher hin und wieder. Für den Moment bin ich aber wahnsinnig gerne der stille Beobachter. Im Grunde entspricht dies ja auch meiner Persönlichkeit, und ich frage mich, wieso ich das nicht schon länger mit der Kamera ausgelebt habe.

Island ist – wenn man von Reykjavik, was vermutlich zu 99% aus interessanten Menschen besteht, absieht – natürlich alles andere als der perfekte Ort für Streetfotografie. Dennoch habe ich die wenigen Momente versucht zu nutzen. Vor allem auf der Fähre Baldur, mit der wir in die Westfjorde gefahren sind, war ich längere Zeit zum Nichtstun verdammt und plötzlich konnte ich mich vor Motiven kaum noch retten.

Die Leute waren mit der zunehmend wundervollen Aussicht beschäftigt, mit dem Montieren von Kapuzen und sonstigem Windschutz, mit Schlafen, und natürlich mit sich selbst. Es war einfach perfekt.

 

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Island: Vík í Mýrdal

Heute macht die Island-Berichtserie Halt in Vík. Der Ort stellt mit seinen knapp 300 Einwohnern unsere mitteleuropäischen Vorstellungen einer Stadt vor ziemliche Herausforderungen. Einfach umwerfend ist jedoch der Strand. Tiefschwarzer Sand ergibt mit der weissen Gischt des Wassers einen ganz eigenen Reiz. Dazu dann noch die Felsen draussen im Meer, die der Legende nach eigentlich versteinerte Trolle sind. Hier haben wir es lange ausgehalten und hatten viel Spass! Da die meisten Bilder sowieso bereits naturgemäss fast schwarzweiss waren, habe ich mich überwiegend für eine schwarzweiss-Entwicklung entschieden.

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Island: Gulfoss

Vom Geysir ging es direkt weiter zum berühmten Gulfoss. Ganz neu mit einem ND 1000 Graufilter ausgestattet, konnte ich diesen hier erstmals “live” ausprobieren und Schlagsahne produzieren. Leider meinte es das Wetter nicht so gut und hat einen ablenkenden kontrastreichen Himmel sowie tiefe Schatten produziert. Trotzdem hat das riesigen Spass gemacht und ich habe den Graufilter auch an noch folgenden Orten sehr gerne eingesetzt.

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Island: Geysir

Neben den einsamen Landschaften, der unberührten, ursprünglichen Natur, gibt es in Island natürlich auch die Touristen-Magnete, die man gemacht haben muss, und wo man sich, zumindest für isländische Verhältnisse, extrem auf den Füssen herumtrampelt. Ein solcher Ort ist Geysir. Er gab den Geysiren dieser Welt ihren Namen, ist heute aber eher der still vor sich hindampfende Typ, der nur von den wenigsten Touristen überhaupt beachtet wird.

Dafür treibt es sein Kollege Strokkur umso wilder. Alle 5-10 Minuten schiesst er eine bis zu 30m hohe Fontäne in die Luft und lässt die amerikanischen Teenies laut aufkreischen – egal ob sie getroffen wurden oder nicht. Das Spektakel ist also eine Mordsgaudi und auch ziemlich faszinierend. Vor allem die blaue Blase, die sich vor dem Ausbruch in Sekundenbruchteilen aufbaut. Da die Fontäne ein ziemliches Postkartenmotiv ist, und ich es auf Grund der vielen Leute gar nicht postkartig hinbekommen hätte, habe ich mich auf die Blase konzentriert und mein Serienfeuer knattern lassen:

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Island: Snæfellsnes

Snæfellsnes ist zwar nicht die nächste Station unserer Reise, aber die Berichte hier sind sowieso nicht chronologisch. Ich habe beschlossen, dass jetzt mal Landschaftsbilder an der Reihe sind. Und obwohl unser grösstes Wetterpech gerade die zwei Tage auf der Halbinsel betroffen haben, gab es (vielleicht gerade deshalb) hier auch die wunderbarsten Lichtstimmungen die man sich vorstellen kann.

Von Borgarnes kommend machten wir schliesslich in Búðir im dichten Nebel und Nieselregen kehrt und fuhren nach Stykkisholmur. Das Pokern hatte sich gelohnt, das Wetter war dort tatsächlich viel besser als am äusseren Zipfel der Halbinsel. Stykkisholmur ist ein sehr schönes Hafenstädtchen und wird noch eine eigene kleine Bilderserie bekommen. Schliesslich ging es dann zu unserer Unterkunft in Richtung Grundarfjörður und langsam öffnete sich der Himmel. Diesen Moment, als wir den blauen Spalt im Himmel über Grundarfjörður erblickten, wie sich darunter in weisser, vom Gegenlicht angestrahlter Gischt der letzte Schauer ergoss, und die gesamte Szenerie in dieses mystische Licht tauchte, werde ich wohl nie vergessen.

Leider kann man selbst in Island nicht einfach überall anhalten und fotografieren. Teilweise habe ich es trotzdem getan, aber sich vom Auto entfernen um den optimalen Blickwinkel zu suchen, geht natürlich wirklich nicht. Somit bereitete mir das ganze Schauspiel auch grösste Schmerzen. Dennoch sind für meinen Geschmack ein paar recht nette Aufnahmen entstanden:

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