Eine Wasserbibliothek. Was könnte das sein? Ausleihen kann man Wasser hier nicht. Darin lesen? Hmm, schon eher. Auf jeden Fall muss man sich nur bewegen, um laufend neue Ein- und Ansichten der direkten und indirekten Umgebung zu erhalten.
Abgesehen von Vulkangestein gibt es in Island vermutlich kaum etwas so sehr im Überfluss wie Wasser. Herrliches Wasser. Eiskalt (vergesst den kalten Wasserhahn in Mitteleuropa, das ist alles lauwarm) und wohlschmeckend (Volvic ist ja schon gut, aber “Pure Icelandic” ist göttlich. Ja, ich bin ein Wasser-Gourmet ;)) oder naturheiss (frei Haus geliefert) mit leichter Schwefelnote, die man sehr schnell durchaus liebgewinnt. Und natürlich sind auch die natürlichen Erscheinungsformen des isländischen Wassers rein optisch auf die verschiedensten Arten eindrucksvoll. Als (auch als Kind der Alpen) unvorstellbar grosse Gletscher, als Wasserfälle in allen Breiten, Höhen und sonstigen Varianten und natürlich auch als unzählbar viele Bächlein und Seelein, die die Landschaft überall ganz einzigartig machen.
Es liegt also nahe, ein Museum nur dem Wasser zu widmen. Die Amerikanerin Roni Horn hat dies getan, und sie hat in der ehemaligen Bibliothek von Stykkisholmur 24 Säulen aufgestellt, die mit Wasser der 24 isländischen Gletscher gefüllt sind. Der Raum ist von allen Seiten lichtdurchflutet und somit spiegelt und bricht sich das Licht in den Säulen und zaubert mit jeder eigenen Bewegung wieder völlig neue Bilder auf und in die Säulen. Bilder können dieses Erlebnis wohl nur sehr unvollständig wiedergeben, aber vielleicht gibt die folgende Serie ja doch einen kleinen Einblick.







