Kennt das noch jemand, oder geht das nur mir so? Das erste Bild einer Session ist immer das Schwierigste. Bis man die ganzen Gedanken losgeworden ist. Nein, es lohnt sich nicht hier abzudrücken. Nein, hinter der nächsten Ecke könnte dann vielleicht was besonderes warten. Und warum schaut der Typ da drüben so zu mir? Noch nie eine Kamera gesehen?Ach, das wird ja eh nix hier. Und so weiter…
Früher bin ich noch mit der Kamera in der Tasche losgezogen. Das geht ja überhaupt gar nicht. Mittlerweile hängt sie gleich am Gurt, wenn ich mit der Absicht losziehe, zu fotografieren. Sonst fängt man gar nie an, wenn man erst noch in der Tasche kramen muss.
Aber gestern war das Schicksal nett zu mir, nach keinen fünf Gehminuten stach das erste Motiv förmlich in meine Augen. Ich habe es “Tor in die Vergangenheit” getauft. Häuser aus dieser Zeit gibt es tausende in Zürich, aber dieses massive, abweisende, und doch auf eine Art geheimnisvolle, die Neugierde weckende Tor machen es zu etwas Besonderem. Dazu noch die Bahnhofsuhr, die völlig deplatziert wirkt, weil weit und breit kein Bahnhof ist, nichtmal eine Bushaltestelle. Und als i-Tüpfelchen die geschlossenen Fensterläden rechts oben…