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Der Radsport: Ein Nachruf

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Der Radsport ist tot. Jedenfalls in Deutschland. Die Tour wird nicht mehr übertragen, die Deutschlandtour ist abgesagt. In den Medien taucht kein Artikel, kein Bericht mehr auf, in dem es nicht um Doping geht. Man könnte sagen, der Sport hat seine verdiente Rechnung bekommen. Dass man die sauberen Fahrer wahrscheinlich an einer Hand abzählen kann, falls überhaupt, daran kann kein Zweifel bestehen. Der Sport ist unheilbar krank. Der normale Dopingsünder sitzt seine Sperre ab und kommt zurück. Der geständige, kooperierende, heilen-wollende Dopingsünder (Jaksche, Sinkewitz z.B.) findet trotz bester Voraussetzungen kein Team mehr. Er hatte ja Namen genannt. Wer weiss was er zukünftig noch ans Licht befördern würde.

Trotz dieser offensichtlichen, unheilbaren Krankheit bleibt für mich ein bitterer Nachgeschmack, wenn die ARD nun einfach die lebensverlängernden Maßnahmen einstellt.

Denn der Radsport wird mir als jener Sport in Erinnerung bleiben, der als Bauernopfer sterben musste, um den Aufschrei der Bevölkerung zu ersticken, nachdem die Details jahrelanger Machenschaften nach und nach ans Licht kamen. Was ist jedoch mit dem Schwimmsport, der Leichtathletik, dem Fussball? Was ist mit der Liste der 150 Namen der Operation Puerto? Die Radfahrer wurden alle verfolgt (alle? Da war doch noch “piti valv” und so…das war wohl politisch nicht gewollt?), vom Rest hat man nie wieder etwas gehört. Was ist mit dem Schwimmsport, wo derzeit die Weltrekorde purzeln wie zuletzt in den 80ern, wo die Frauen alle ganz tiefe Stimmen hatten? Achso, alles wegen den neuen Anzügen. Was ist mit der Leichtathletik, wo man eben mal den alten 100m-Weltrekord um Längen unterbietet, und das obwohl man die letzten 20m nur noch joggt? Achso, am Abend davor jamaicaninschen Rum getrunken. Nein, das war ja der andere Amerikaner mit Wodka. Also dann vielleicht Zahnpasta? Was ist mit dem Fussball, wo die Spieler bei der EM plötzlich 12-15 km pro Spiel laufen, wo sie früher bestenfalls 10 km gelaufen sind? Keine Antwort…

Ich sage, die ARD besteht nur aus Heuchlern und Quotenhuren, wenn sie den Radsport sterben lassen, aber den ganzen restlichen Dreck weitersenden. Bauernopfer eben. Anschauen kann man doch eigentlich nur noch die Formel 1. Da weiss man wenigstens vor der Saison schon, dass Ferrari mit aller Macht zum Weltmeister gemacht werden soll. Somit braucht man sich über diverse Strafen gar nicht mehr aufzuregen.

Und ausserdem: der Radsport ist eigentlich eine wunderschöne Sportart. Da steckt so viel drin, wenn man erst mal gewisse Taktik-Spielchen der verschiedenen Teams durchschaut hat. Es gibt kaum etwas spannenderes, als eine Bergetappe, wo es zur Sache geht, mit einem guten Kommentator. Und auch keine andere Sportart sorgt für solch wunderschöne und beeindruckende Bilder.

Also, ruhe in Frieden, Radsport. Vielleicht bis irgendwann…

Autor: Thomas

Ich bin Thomas Sturm, der Autor und Herausgeber dieses Blogs. Im normalen Leben bin ich Linux System Engineer und sorge dafür, dass Webseiten immer schnell und fehlerfrei abrufbar sind. Daneben bin ich unter anderem leidenschaftlicher Amateur-Fotograf, für den es kaum etwas (ent)spannenderes gibt, als mit der Kamera loszuziehen und die besten Blickwinkel auf ein schönes Motiv zu suchen und festzuhalten.

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