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Windows 98 unter VMware

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Ausgelöst durch einen Post bei apgetupdate und einem dadurch ausgelösten, stürmischen Anfall nostalgischer Gefühle, installiere ich gerade Windows 98 in einer virtuellen VMware Fusion Maschine. So ist das manchmal, da liest man was, womit man nun überhaupt nicht gerechnet hätte, plötzlich fallen einem viele Sachen wieder ein, und dann muss man auf der Stelle was tun, um diesen Gefühlen nachzugeben…

So geschehen mit dem genannten Post über C&C Red Alert, eines DER Spiele meiner Jugend. LANs waren damals wohl noch nicht so salonfähig/verbreitet, so haben wir das halt zu Hause gezockt, zu dritt, nächtelang… Anfangs sogar noch im 10Mbit-Netzwerk mit BNC-Steckern. Und erinnert an die Games, die da sonst noch so waren, die ich sogar noch auf CD habe, dachte ich, es wäre doch witzig, mal zu sehen wie sich Win98 so auf einem Mac macht.

Zunächst war da die Schwierigkeit, dass meine Win98-CD so alt ist, dass sie noch nicht bootfähig ist. Ich glaube das gab’s erst ab Win98SE? Naja, das ließ sich immerhin recht schnell durch den Download eines DOS-Bootimages lösen, welches einen passenden CD-ROM-Treiber enthielt. Es blieb mir also erspart, mich zurückzuerinnern, wie nochmal autoexec.bat und config.sys funktionierten. Dann also die virtuelle Festplatte partitionieren und formatieren – leider kann das DOS-format-Programm nur FAT16, somit ist bei heute lächerlichen 2GB Schluss. Macht ja aber nichts, mir war gar nicht mehr bewusst, dass ein Standard-Win98-Setup nur wenig mehr aus 200MB verbraucht! Unglaublich. Und das konnte doch eigentlich auch schon alles, was man so braucht?! Jetzt installiert es vor sich hin, macht schon Spass auf heutiger Hardware: Die verbleibende Zeit wurde zu Beginn mit 24 Minuten angegeben. Witzig auch das Erstellen der Startdiskette. Tja, sowas konnte man damals wirklich noch brauchen. Bin gespannt was es mir jetzt gleich an fehlenden Treibern präsentiert…

Fertig. Die tatsächliche Dauer war jetzt glaub ich deutlich unter 20 Minuten. Zunächst mal: der mintgrüne Hintergrund – wie konnte ich das vergessen? Die Installation der VMware Tools verläuft sogar fast reibungslos. Lediglich das Tool zur Anzeige der HTML-Hilfe sei veraltet – ach nee – aber das Upgrade scheint zu funktionieren. Es ist unglaublich wie schnell das System bootet und runterfährt, 20 Sekunden dauert das so in etwa. Jetzt funktioniert soweit alles, abgesehen von USB und Sound. Ersteres kann ich verschmerzen, letzterem möchte ich Abhilfe schaffen. Offenbar soll es helfen, ältere Creative Treiber zu installieren. Die Schwierigkeit besteht jetzt allerdings darin, mit dem IE Version 4.x durchs Netz zu brausen. Nicht eine heutige Seite funktioniert damit noch halbwegs. Durch Wegklicken unzähliger Skriptfehler-Fenster habe ich es schließlich geschafft, zu einem Downloadlink für Firefox 2.0 zu kommen, der läuft sogar noch auf Windows 98. Damit wiederum ist es mir nun auch möglich, von der Microsoft-Seite IE6 zu laden, und damit hoffe ich nun, die Windowsupdate-Seite öffnen zu können…

Windowsupdate geht nicht, IE6 crasht sobald man auf die Seite geht. Aber Sound habe ich nun, mit dem Creative Soundblaster Ensoniq AudioPCI funktioniert es! Nur noch 3 gelbe Ausrufezeichen im Gerätemanager, die mich jetzt nicht weiter stören. OK, nach Installation eines Update-Packs von PCTipp.ch funktioniert nun auch die Windowsupdate-Seite. Sie findet 12 weitere Updates, die ich jetzt mal installiere.

Nach unzähligen Reboots funktioniert das System immer noch. Dabei habe ich doch tausend Tode ausgestanden, es ist zwar 10 Jahre her, aber man vergisst eben nicht, wie oft einem damals die Kiste abgeschmiert ist, wenn da beim Booten stand “die Windows-Konfiguration wird aktualisiert”, oder “Die Windows-Treiberdatenbank wird aktualisiert”…

Fazit: so schwer war es eigentlich gar nicht. Trotzdem hat man einige Klippen zu umschiffen, die einem an Microsofts Konzept der Abwärtskompatibilität um jeden Preis zweifeln lassen. Das Erlebnis wenn man mit IE4 auf moderne Webseiten surft, hat mich glaube ich wirklich nachhaltig schockiert. Im positiven Sinn schockierend ist die Geschwindigkeit des Systems. Ein Reboot in 20 Sekunden schafft kein Vista und kein OS X. Und trotzdem hat man irgendwie eigentlich alles was man braucht. OK, es sieht alles etwas antiquiert aus, aber man fragt sich schon, was heutige Systeme denn NOCH alles besser machen, dass es gerechtfertigt wäre, so viel langsamer und fetter zu sein.

So, und jetzt werde ich ein paar Spiele installieren…

Autor: Thomas

Ich bin Thomas Sturm, der Autor und Herausgeber dieses Blogs. Im normalen Leben bin ich Linux System Engineer und sorge dafür, dass Webseiten immer schnell und fehlerfrei abrufbar sind. Daneben bin ich unter anderem leidenschaftlicher Amateur-Fotograf, für den es kaum etwas (ent)spannenderes gibt, als mit der Kamera loszuziehen und die besten Blickwinkel auf ein schönes Motiv zu suchen und festzuhalten.

7 Kommentare

  1. Hallo,
    ich stehe vor den gleichen Problem.
    Installation von Win98 unter VM Fusion OS X.
    Leider habe ich mir schon einen Wolf im Web gesucht und auch diese Ensoniq AudioPCI gefunden.
    Nur leider mag die nicht. Nach ausführen der Setup meint Win98 daß das die falsche Version ist.
    Eine Bitte … wo bekomme ich die ganzen Sachen her die du verwendest.
    Ps: Ich bin auch Nostalgiker …. oder so :-)

  2. Hallo Peter,
    habe gerade gemerkt, dass in diesem Artikel eindeutig ein paar Links fehlen ;-) Das muss ich da im Rausch irgendwie vergessen haben. Den Treiber habe ich direkt bei Creative runtergeladen, probier mal diesen Link. Ich habe die Sache dann übrigens nicht mehr groß weiterverfolgt, weil die meisten der damaligen Spiele, die ich im Kopf hatte, offenbar irgendwie mit der VMware-Grafik nicht können….

  3. Die Treiber habe ich mittlerweile auf einer ftp Site gefunden und funktionieren auch super.
    Es fehlt nur noch “PCTipp.ch” mit den Updates. Dann verschwinden die komischen 2 gelben Einträge im Gerätemanager.
    Ich frage mich gerade wie anstrengend dass doch damals war mit der Treiberei von Win98 …. seuftz :-)
    Ich liebe meinen MAC …..

  4. Ich habe das Vorgehen bei Verwendung einer von bootdisk.com geladenen .IMA-Datei beschrieben.
    … Den Rest der Installation beschreibt Thomas Sturm sehr nachvollziehbar…

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