Naja, ganz so weit ist es ja noch nicht, aber doch mehren sich die Anzeichen, zumindest dafür dass diese Firma bald ernsthafte Probleme bekommen könnte. Die Gartner-Studie vor ein paar Wochen hat den Anfang gemacht, jetzt kommen immer mehr handfestere Punkte dazu. Da wäre z.B. heute die Meldung, dass Intel ihre 80 000 Desktops nicht auf Vista umstellen wird. Das Argument, dass Firmenkunden erst 1 Jahr nach einem OS-Release abwarten, bis also die schlimmsten Bugs behoben sind, zieht – nach 18 Monaten Vista – irgendwie langsam nicht mehr. Auch dass 30% aller Firmenkunden immer ein OS-Release überspringen, kann wohl kaum als Ausrede gelten. Kennt jemand eine größere Firma, die bereits Vista nutzt oder gerade umstellt? Mein Brötchengeber propagiert momentan gerade ziemlich einen Open-Source-Client auf RHEL5-Basis als XP-Alternative. Es gibt zwar auch eine Art Beta-Vista-Client, aber zumindest an Hand des diesbezüglichen Intranet-Angebots zu urteilen, ist die Nutzergruppe desselben noch kleiner, als das kleine gallische Dorf, welches offiziell und business-need-approved ein MacBook Pro benutzen darf…
Und nun wäre da noch die nächste Frage, angenommen statt 30% sind es halt bei Vista 70-80%, die dieses Release überspringen wollen. Aber……äh….worauf wollen die denn dann bitte springen? Windows 7 bietet als Neuerungen Multi-Touch und ein verbessertes Mediacenter (mehr dazu bei macprime.ch) – jau, darauf hat die Business-Welt gewartet. Also dasselbe kranke System, vor allem mit all seinen Altlasten. Immernoch eine 32bit-Version (obwohl ja bereits jetzt alle Rechner, die nötig sind, um Vista zum Laufen zu bekommen, 64bit-capable sind…). Man beachte dann zusätzlich noch das Eingeständnis von Microsoft, dass ODF das Dokumentenformat der Zukunft sei, sowie die Tatsache, dass immer mehr (auch Unternehmens-) Applikationen webbasiert oder sonstwie plattformunabhängig sind. Das wird ‘ne interessante Zeit…
Update: Ein sehr schöner Artikel zum letzten Arbeitstag von Bill Gates bei Heise.